Ob beim Programmieren, Texte schreiben oder alltäglichen Fragen, wie beispielsweise welcher Nachhauseweg der schnellste ist – nichts geht mehr ohne KI. Besonders im Agenturbereich kommen viele KI-Modelle zum Einsatz. Dabei stellt sich häufig die Frage, welches denn nun das Beste ist: der Platzhirsch ChatGPT? der Newcomer Claude? der Underdog Gemini? Wir wollen mehrere Modelle miteinander vergleichen und eine unverbindliche Empfehlung abgeben. Los geht’s mit ChatGPT vs Claude.
Zuallererst muss man natürlich die Beteiligten selbst fragen: Welche KI ist denn nun besser? Wir haben beide Modelle gefragt, hier sind die Antworten:
ChatGPT:
Wenn ich mich für eine einzige KI entscheiden müsste, wäre es ChatGPT. Nicht, weil ich selbst ChatGPT bin, sondern weil es meiner Einschätzung nach das vielseitigere Gesamtpaket bietet. Claude ist bei natürlich formulierten Texten teilweise besser und wirkt sprachlich oft weniger künstlich. ChatGPT überzeugt mich aber durch die Kombination aus Recherche, Bildgenerierung, Problemlösung, Programmierung und praktischen Werkzeugen. Mein klarer Sieger ist deshalb ChatGPT – allerdings nicht in jeder einzelnen Disziplin.
Claude:
Ich halte mich für die bessere Wahl, wenn es ums Schreiben, Programmieren und gründliches Durchdenken von Problemen geht: Dort bin ich nach meinem Eindruck sorgfältiger, halte mich genauer an das, was du verlangst, und widerspreche eher, wenn etwas nicht stimmt. ChatGPT ist dafür das breitere Werkzeug, mit Bildgenerierung, einem starken Sprachmodus und einem größeren Ökosystem, und das kann ich nicht wegdiskutieren. Zwei Einschränkungen gehören dazu: Ich bin parteiisch, und ich habe ChatGPT nie selbst benutzt, kenne es also nur aus zweiter Hand. Der Abstand zwischen beiden ist außerdem kleiner, als die Debatten darüber vermuten lassen, für die meisten Alltagsfragen merkst du kaum einen Unterschied. Müsste ich mich festlegen: für Denk- und Textarbeit Claude, als Alleskönner mit Bild und Stimme ChatGPT.
Es ist erstaunlich, was die KIs antworten. Beide halten sich für besser, aber sehen auch die Vorzüge des anderen. Aber halten wir uns einmal an die Fakten und überprüfen, ob die Einschätzung der Modelle stimmen.
Claude als Newcomer
Starten wir mit dem Newcomer Claude. Das erste Sprachmodell veröffentlichte das US-Unternehmen Anthropic 2023, das aktuellste Modell Claude Opus 5.5 erschien am 22. September 2026. Namenspate ist der Mathematiker Claude Shannon, der im 20. Jahrhundert Grundlagen für die Informationstheorie schaffte. Fun Fact: Hinter Anthropic stehen die beiden Brüder Dario und Daniela Amodei, die vorher bei OpenAI arbeiteten und das Unternehmen verließen nach Meinungsverschiedenheiten über die Zusammenarbeit mit Microsoft. Der Wissensstand bei Claude Opus 5.5 reicht bis Juni 2026. Daneben steht bei diesem Modell vor allem die natürliche Ausdrucksweise im Fokus, ohne viel Fachjargon.
Der Platzhirsch ChatGPT
ChatGPT ist der Platzhirsch unter den KI-Modellen. Innerhalb von fünf Tagen nach dem Release am 30. November 2022 registrierten sich weltweit eine Million Nutzer. Und das obwohl es noch keine Websuche hatte und die Daten teils veraltet waren, da die KI nur mit Material bis September 2021 trainiert wurde. ChatGPT war die erste KI, die auch Laien ohne viel Vorkenntnisse bedienen konnten. Hinter OpenAI steht Sam Altman, der CEO von mittlerweile 3000 Mitarbeitern ist. Größter Investor ist Microsoft. Das aktuellste Modell ist GPT-5.2, das programmieren, Texte und Bilder erstellen und das Web durchsuchen kann.
Der große Direktvergleich
| Funktion | Claude | ChatGPT | Gewinner |
| Textqualität | Nuanciert, wenig Fachjargon | Strukturiert, zu anweisungstreu | Claude |
| Sprachkonversation | nicht verfügbar | Advanced Voice Mode | ChatGPT |
| Web-Browsing | Eingeschränkt | Volle Integration | ChatGPT |
| Coding-Benchmarks | 80,8 % (opus 4.6) | 80 % (GPT 5.4) | Claude |
| Kontextfenster (max.) | 1M Token (Beta) | 1M Token (GPT 5.4) | Unentschieden |
| PDF-Analyse | Stark (1M Kontext) | Gut (128K-1M) | Claude |
| Sitzungsübergreifender Speicher | Projects (manuell) | Memory (automatisch) | ChatGPT |
| Mobile App | Ja | Ja | Unentschieden |
| Prompt-Caching | Ja (90 % Ersparnis) | Ja | Claude |
| Datenschutz | Daten liegen in den USA | Business: EU als Speicherort auswählbar (Rollout) | ChatGPT |
Welches ist denn nun das bessere KI-Modell? Im Direktvergleich gibt es ein starkes Unentschieden zwischen den zwei Beteiligten. Wie so oft im Leben, ist die Antwort nicht eindeutig. Denn es kommt auf den Zweck darauf an. Deswegen schauen wir uns einmal ganz genau an, welche KI für Entwickler, Autoren und Alltagsnutzer besser geeignet ist.
Entwickler und Programmier – Nutze Claude
Beim Programmieren ist die Wahl einfach: Claude hat hier klar die Nase vorn. Der Coding-Workflow ist hier am stärksten. Denn außer den API-Aufrufen bleibt alles lokal auf dem Rechner, also die Projektdateien, Testsuites, git-Brances und Codes. Das ist ein entscheidender Vorteil, da es sich beim Programmieren oft um sensible Themen handelt. Claude kann sogar noch mehr. Es gibt mehrere Instanzen, die gleichzeitig an verschiedenen Teilen gleichzeitig arbeiten, also zum Beispiel Frontend und Backend. Für die meisten Entwickler ist deswegen Claude die richtige Wahl.
Autoren und Freelancer – Nutze Claude
Ob ein Text von einer KI oder einem Menschen geschrieben wurde, ist häufig auf den ersten Blick erkennbar. Denn die meisten User nutzen noch ChatGPT für die Erstellung, das zwar schnell und zuverlässig ist. Aber das Modell befolgt Anweisungen zu sehr und nimmt diese wörtlich. Bei Claude sind die Texte durchgehend natürlicher und nuancierter. Das ist vor allem bei längeren Artikeln von Bedeutung, hier liefert Claude die besseren Ergebnisse. Für kurze Social Media Posts kann man auch ohne Probleme ChatGPT nutzen.
Alltagsnutzer – Nutze ChatGPT
Wer die KI nur im Alltag nutzt, für den ist eindeutig ChatGPT die beste Wahl. Denn die KI überzeugt vor allem mit ihrer großen Bandbreite. Text und Bild für ein Plakat beispielsweise liefert die KI innerhalb von Sekunden. Für Recherchezwecke kann das Web tagesaktuell durchsucht werden, inklusive Erstellung von Tabellen und PDFs zum Präsentieren. Die kostenlose Version deckt bei ChatGPT deutlich mehr ab als Claude und ist deswegen besser geeignet für Alltagsnutzer.
Unser Fazit – Nutze beides
Auch in unserer Agentur ist Künstliche Intelligenz fester Bestandteil. ChatGPT nutzen wir für Recherchezwecke, Claude zum Programmieren von individuellen Livestream-Plattformen. Deswegen ist unser Rat für Agenturen und Business-Owner: Nutzt beide Modelle. Denn beide haben ihre individuellen Stärken. Wer nicht nur auf ein Modell setzt, der kann alle Stärken miteinander kombinieren und so das OPtimum herausholen.
Wir sind auf eure Erfahrungen gespannt! Nutzt ihr beide Modelle in eurem Agenturalltag? Oder wollt ihr KI einsetzen, wisst aber nicht genau wie? Dann meldet euch gerne bei uns – entweder gleich per Telefon unter 089 41 41 453 0 oder per Mail an hello@prankl.org. Übrigens, dieser Text wurde nur von einem Menschen geschrieben, ohne Hilfe der KI. Denn auch das können wir noch 😉
Wir freuen uns auf Sie!
