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Was sagt eine Influencerin zum Influencer-Marketing? Wir haben Hannah MayLou gefragt!

Theoretisches Wissen über Influencer-Marketing ist ja gut und schön, aber wie sieht das Leben einer Influencerin wirklich aus? Wir haben die Influencerin Hannah MayLou zu ihrem Instagram-Account “hannahmaylou” befragt. Sie erklärt uns ihre Posts, ihre Vermarktungs-Strategie und ihre Zusammenarbeit mit Unternehmen. 

Prankl-Consulting: Wie viele Follower hast du? Und lebst du von deinen Influencer-Tätigkeiten oder machst du das nur nebenher?

Hannah: “Ich bin momentan sehr knapp an den 50 000 dran und würde mir wünschen, davon leben zu können, allerdings funktioniert das noch nicht ganz bei mir, daher bin ich auch noch in einer Ausbildung zur Goldschmiedin und arbeite nebenbei noch für einen Fotografen.”

Prankl-Consulting: Was ist deine Influencer- Strategie? Wie oft postest du selber Sachen? Wie hoch ist deine Reichweite? Wie sehr und wie oft stehst du mit deinen Followern in Kontakt?

Hannah: “Derzeit verfolge ich keine genaue Strategie. Ich bemühe mich, mindestens drei Mal die Woche zu posten, wobei es teilweise sehr schwierig ist neben meinem Studium, Zeit für Fotoshootings zu finden.  Mir ist es sehr wichtig, meine Follower kennen zu lernen, deswegen versuche ich auf jede einzelne Nachricht einzugehen und mich für jeden Kommentar zu bedanken, da es nicht selbstverständlich ist, so viele Menschen hinter sich zu haben.

Prankl-Consulting: Nach welchen Kriterien entscheidest du, ob du mit einem Unternehmen kooperieren möchtest?

Hannah: “Zuerst einmal muss mir das Produkt und die Philosophie des Unternehmens gefallen. Wenn ich die Marke nicht kenne, recherchiere ich zuerst ausführlich im Internet, ob ich wirklich mit meinem Namen dahinter stehen will und ob meine Follower auch von dem Produkt begeistert sein könnten. Natürlich spielen die Konditionen einer Kooperation auch eine Rolle. Teilweise sind die Angaben sehr streng und der Spielraum meiner Posts nur sehr klein. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich keine kreative Freiheit mehr habe, lehne ich die Kooperation ab. “

Prankl-Consulting: Schreibst du auch Unternehmen über deinen Insta-Account an (und wenn ja, bist du da auf einen Bereich wie Beauty oder Technik festgelegt) oder wirst du mehr von Unternehmen angeschrieben und wenn ja, wie oft und in welcher Weise?

Hannah: Lange Zeit habe ich darauf gewartet, dass mich Unternehmen anschreiben, voller Überzeugung, dass man mich schon finden würde, wenn man mich sucht. Außerdem wollte ich nicht aufdringlich sein. Irgendwann hab ich allerdings eingesehen, dass man sich selber melden muss, wenn man gesehen werden will und keine Angst davor haben sollte, aufdringlich zu sein. Viele Marken freuen sich, dass man sich bei ihnen gemeldet hat, weil sie einen sonst nie gefunden hätten. Hin und wieder kommt es natürlich auch vor, dass mich Unternehmen anschreiben. Meistens ist das dann per E-Mail und gelegentlich auch über Instagram.

Prankl-Consulting: Welches Feedback erhältst du von Unternehmen, mit denen du schon zusammengearbeitet hast?

Hannah: “Das Feedback  bis jetzt war immer gut, vor allem meine kreative Arbeit und die Umsetzung des Postings wurde oft gelobt.”

Prankl-Consulting: Was denken deine Follower über #Werbe-Posts?

Hannah: “Wenn ich ab und zu Werbung poste, dann schaue ich, dass sie zu mir und meinen Interessen passt. Diese werden ja auch von meinen Followern geteilt, daher denke ich, dass es sie nicht stört,  zumindestens hab ich bis jetzt noch nie negative Kommentare dazu bekommen.”

Prankl-Consulting:Was ist dir wichtig an guten #Werbe-Posts?

Hannah: “Mir ist es sehr wichtig, dass sie authentisch sind und nicht aufdringlich wirken. Ich möchte keinen zum Kaufen zwingen, sondern vielmehr Produkte vorstellen und zeigen. Auch ist es wichtig für mich, dass ich eine kreative Idee gut umsetzen kann. Wenn ich ein Budget bekomme, ist es umso besser, weil ich z.B. Locations mieten kann, Requisiten kaufen kann etc. und somit das Foto dann auch viel außergewöhnlicher wird. Das macht mir beim Umsetzen Spaß und ist auch für das Unternehmen profitabel.”

Prankl-Consulting: Wie viel kostet bei dir ein Post und schlägst du den Preis vor oder das Unternehmen, und kannst du dann noch verhandeln? Und gibt es Unternehmen oder Branchen, mit denen du von dir aus nicht kooperieren würdest und wenn ja, warum (nicht)?

Hannah: “Bis jetzt habe ich viele Kooperationen nur für ein PR-Sample gemacht, allerdings beginne ich jetzt auch Geld dafür zu verlangen, da wirklich viel Arbeit dahinter steckt. Ich muss mir zuerst eine Idee überlegen, vielleicht Requisiten kaufen, das Set aufbauen, eventuell einen Fotografen engagieren, ein paar hundert Fotos schießen, bis das Passende dabei ist, anschließend die Fotos noch bearbeiten und schlussendlich auch eine passende Caption dazu posten. Man unterschätzt den Aufwand oft als Aussenstehender, deswegen ist der Beruf „Influencer“ auch etwas verschrien. Ich bin momentan noch am Ausfeilen eines Preises, je nachdem wie viel Aufwand ein Post ist und was das Unternehmen von mir erwartet. Natürlich kann der Preis auch verhandelt werden, allerdings will ich mich auch nicht unter meinem Wert verkaufen, weil das eine Arbeit wie jede andere ist, nur dass der Ablauf oft nicht offensichtlich ist.  Ich lehne alle Produkte ab die nicht zu mir und meiner Lebensphilosophie passen, die Tierversuche machen, über die es sonstige Skandale gibt oder die mir schlichtweg unsympathisch sind. “

Prankl-Consulting: Und welche Vereinbarungen triffst du noch mit dem Unternehmen (z.B., dass du in kürzester Zeit auf die Kommentare und Likes antworten musst oder in welcher Frequenz du posten sollst oder genauen Uhrzeiten)? An welche Konditionen bist du gebunden?

Hannah: Es kommt ganz auf das Unternehmen an. Bis jetzt hab ich oft mit sehr kleinen Unternehmen zusammengearbeitet, bei denen ich das meistens sehr frei entscheiden konnte, was mir gut gefiel. Jetzt kam es schon öfter vor, dass die Konditionen sehr streng waren ( 3 Tage nach Erhalt des Produktes posten / den Post ein Jahr auf meinem IG lassen / eine bestimmte Beschreibung / ich darf das Produkt nicht weiterverkaufen etc.). Wenn solche Angaben dabei sind und ich dafür nur das PR-Sample bekomme, ist mir das oft den Aufwand nicht wert. Natürlich muss man abwägen ob das eine bekannte Marke ist, ob man lange auf so eine Chance gewartet hat oder ob das eher ein Unternehmen ist, dessen Produkte man nicht unbedingt vermissen würde.

Prankl-Consulting: Und gibt es einen schriftlichen Vertrag über die Vereinbarungen?

Hannah: „Ja eigentlich schon. In seltenen Fällen, bei sehr kleinen Firmen, gibt es keinen, weil sie oft sehr unerfahren mit Influencern sind und sich ganz nach diesem richten.“

Prankl-Consulting: Abschließend: Findest du die Werbung über Influencer gut oder nicht? Und wenn ja/ nein, warum (/nicht)?

Hannah: “ Es ist ja bekannt, dass Instagram als Werbekanal derzeit sehr boomt und aus Sicht der Unternehmen ist es natürlich wahnsinnig profitabel, seine Werbung genau auf seine Zielgruppe platzieren zu können als sie einfach willkürlich am Straßenrand zu platzieren, wo man die Zielgruppe nicht beeinflussen kann. Außerdem ist es cool, dass man somit durch Instagram auch Geld verdienen kann. Es kommt halt immer darauf an, zu welchem Preis man das macht. Wenn man alles promotet, wofür man auch nur 1 Cent bekommt und somit seine Seele verkauft, finde ich das sehr verwerflich. Wenn man ab und zu Werbung macht und auch nur ausgewählte Sachen promotet, die man sich auch so kaufen würde, wohinter man stehen kann, und was den Followern auch gefallen könnte, finde ich es eine tolle Chance. “

Hannahmaylou

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